Exklusives Interview mit Mark Ronson: „Ich habe mich nie darum geschert, für wen ich auflege”

„Valerie" machte Amy Winehouse zum Weltstar, produziert hat den Track Mark Ronson. Mark, wer? 2008 räumte er für „Back to Black" einen Grammy ab, als Produzent verhilft er den ganz großen des Business zu preisverdächtigem Sound. Boy George, Sean Paul, Christina Aguilera, Adele — das sind nur ein paar der Musiker, mit denen Mark Ronson bereits zusammen gearbeitet hat. Als DJ bewegt er sich in der New Yorker Club-Szene wie ein Fisch im Wasser und hängt schon mal mit Jay-Z und Q-Tip ab.

Für sein neuestes Projekt holte er Newcomerin Katy B an Bord. Gemeinsam mit Coca-Cola haben sie für die Olympischen Spiele in London den Song „Anywhere in the World" aufgenommen. omg! traf Mark Ronson in London und quatschte mit ihm darüber, zu welchen Songs er die Celebrities tanzen lässt, wer die größte Diva ist und was zur Hölle er in einem Berliner Fetisch-Club getrieben hat. . .

Mark Ronson ist einer der coolsten Hunde des Business (Foto: Getty Images)Mark Ronson ist einer der coolsten Hunde des Business (Foto: Getty Images)

London, es ist mal wieder grau und regnerisch. Kannst du mir erklären, was jetzt an dieser Stadt so super cool ist? Woher kommt der Hype?

Ich bin in London geboren und aufgewachsen, dann nach New York gezogen, jetzt bin ich wieder hier. New York ist großartig, aber was London so cool macht, ist der ständige Wandel: Man trifft neue Leute, lernt andere Kulturen kennen — aus musikalischer Sicht ist die Stadt so reichhaltig! Ich denke da an große Bands wie „The Clash", mit ihrer Synthese aus jamaikanischer Musik und Punk. Klar haben andere Städte in Großbritannien wie Liverpool und Manchester auch fantastische Bands hervor gebracht — vielleicht sogar mehr als London. Aber hier kommst du her, um groß raus zu kommen.

In London sitzt ja auch die berühmte BRIT School. Es scheint, als hättest du ein Faible für Absolventinnen dieser Kaderschmiede. Aktuell arbeitest du mit Newcomerin Katy B zusammen, die auch auf die BRIT gegangen ist.

Das ist Zufall. Okay, klar, Amy ist auf diese Schule gegangen und auch Adele hat dort ihren Abschluss gemacht. Ich denke diese Schule bringt einfach große Talente hervor, selbst in New York gibt es nichts Vergleichbares. Dort gibt es zwar die „School of Art and Fame", wo sie den Film „Fame" gedreht haben und zeigen, wie Weltruhm funktioniert, die Absolventen gehen nach dem Abschluss aber vor allem ans Theater oder zum Musical.

Wer war die größte Diva, mit der du jemals gearbeitet hast?

Christina Aguilera, definitiv. Sie ist eine Diva im klassischen Sinne: Sie hat diese große Stimme und sie will alles auf ihre Art machen.

Du scheint einfach jeden im Musikbusiness zu kennen, von Christina Aguilera über Lily Allen bis hin zu Jay-Z. Wie kommt das?

Ich arbeite seit circa 16 Jahren in New York als DJ. Wenn man vier bis fünf Nächte pro Woche auflegt, über einen so langen Zeitraum, für so viele Menschen, dann passiert es zwangsläufig, dass man gewisse Leute einfach trifft. Stars wie Puffy, Mos Def, Q-Tip und D'Angelo sind in die Clubs gekommen, in denen ich als DJ unterwegs war. Aber ich habe mich nie darum geschert, für wen ich auflege, solange die Leute gut drauf sind und tanzen. Ich bin nie in Clubs gegangen, weil die berühmte Leute dorthin gegangen sind. Das ist einfach New York, man bekommt immer eine bunte Mischung vor das DJ-Pult.

Mark Ronson bezeichnete Amy als seine "Seelenverwandte" in musikalischer Hinsicht (Foto: Getty Images)Mark Ronson bezeichnete Amy als seine "Seelenverwandte" in musikalischer Hinsicht (Foto: Getty Images)

Du hast auf der Hochzeit von Katy Holmes und Tom Cruise aufgelegt und schon für Milliardär Donald Trump die Menge zum Kochen gebracht. Auf welcher Party hattest du die coolste Crowd, wo sind die Leute am meisten ausgeflippt?

Im Sommer hier in England auf Festivals zu spielen ist einfach überragend! Direkt in London gibt es den „Notting Hill Art Club", wo jeden Donnerstag „YoYo" ist — eine der ältesten und besten Hip Hop-Nächte in London. Und vor ungefähr sechs Monaten habe ich in Berlin im KitKatClub aufgelegt, das war ziemlich cool!

Jetzt ohne Witz? Du weißt, der Club ist nicht in erster Linie für seine coolen DJ-Bookings bekannt ...

Ich war nur eine Nacht da und es war großartig! Manchmal kommst du in einen Club und sie sagen dir, dass eine Afterparty für dieses oder jenes steigt und am Ende wird es eine richtig steife Veranstaltung. Diesmal war es aber wirklich cool! Ich mag Clubs, die etwas von einer Höhle haben.

Das trifft wohl auf den KitKatClub zu. Aber sind dir keine Leute in heißer Fetisch-Kleidung aufgefallen?

Nein.

Dann musst du mal zu einer „normalen" Veranstaltung dort vorbei schauen. Ich sage mal so, man sieht wenig Kleidung und viel nackte Haut.

Okay, klar. Solange die Leute tanzen, ist es mir egal, was sie tragen!

Welche der Celebrity-Partys, auf der du aufgelegt hast, ist definitiv legendär?

Die coolste Party, obwohl es schon über zehn Jahre her ist, war Puffys dreißigster Geburtstag in New York. Das war eine echt aufregende Zeit: Jay-Z, Puffy und die ganze Hip Hop-Welt hat angefangen richtig einflussreich und offen zu werden. Leute wie Donald Trump, die Basketballspieler von den Knicks, aber auch Skateboard-Kids und Fotografen kamen zusammen. Die Szene wurde zum kulturellen Schmelztiegel.

Wie bringt man so einen wilden Mix an Leuten zum Tanzen? Welche Hits funktionieren immer?

Das ändert sich über mit der Zeit, damals waren es andere Songs als heute. „I Want You Back" von den Jackson 5 funktioniert immer. Was so aktuelle Hymnen betrifft ... Jeder Rihanna-Song! Das bringt die gesamte Menge in Bewegung, aber auch „Paper Planes" von M.I.A. oder Major Lazer „Pon de Floor". Das sind die Platten, die man rausholt, wenn man echt in Schwierigkeiten ist.

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Mehr Videos von Mark Ronson könnt ihr hier auf tape.tv sehen!

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