Was wurde eigentlich aus…den “Dallas”-Stars?

Wer kennt sie nicht, die Southfork Ranch - Heimat der Ewings und Bühne für eine der bekanntesten TV-Serien der Welt: Dallas. 365 Folgen lang verfolgten wir den Kampf um Öl, Macht und Liebe. Doch was machen die Stars der Serie heute? Wir haben recherchiert...

Na, können Sie die Titelmelodie von "Dallas" spontan ansummen? Dürfte vielen nicht schwer fallen, die sich ab der deutschen Erstausstrahlung 1981 oder später an den Intrigen, Dramen und romantischen Verwicklungen des Öl-Clans und seiner Gegner erfreuten. Derzeit ist eine Fortsetzung (Drehstart 2011) in Planung, in der J.R.s und Bobbys Söhne die zentralen Rollen spielen sollen. Doch ob die an den Erfolg des Kultformats anknüpfen kann, ist fraglich. Die Originalserie war in den USA ein Straßenfeger und fuhr auch bei uns zu Hochzeiten beste Quoten ein.

Besonders effektvoll: Der Cliffhanger am Ende der dritten Staffel, in der J.R. von Schüssen eines Unbekannten getroffen, zusammenbrach. Die Episode, die das Verbrechen aufklärte, erzielte in den Staaten einen Rekord-Marktanteil von 76 Prozent. 1991 wurden die allerletzten Episoden gesendet - am Schluss setzte der beste Fernseh-Bösewicht aller Zeiten, seinem Leben vermeintlich selbst ein Ende. Zwei nachfolgende TV-Movies stellten 1996 und 1998 aber klar, dass sich J.R.s Gegner zu früh gefreut hatten.

Doch was wurde aus den Stars des Erfolgsformats? So sah und sieht die Nach-Dallas-Karriere der wichtigsten und spannendsten der vielen "Dallas"-Darsteller aus:

Larry Hagman als J.R. Ewing
Er ist und bleibt der ultimative TV-Serien-Fiesling - seine Rolle als intriganter Ölmagnat macht ihn schon zu Lebzeiten unsterblich. Bekannt wurde er aber schon vorher - als Astronaut und „Meister" eines süßen Flaschengeistes, der "bezaubernden Jeannie" (1965-1970). Auch einige Kinofilme stehen in seinem Lebenslauf. Er drehte u.a. mit John Wayne. Nach Dallas spielte er u.a. in Oliver Stones Präsidenten-Drama "Nixon" einen Ölmagnaten und trat als Gast in der Serie "Nip/Tuck" auf. Lustig: Auch in der "Lindenstraße" konnte man ihn 2006 in einer Minirolle bewundern. Nachdem wir alle manchmal dazu neigen, Schauspieler mit ihren bekanntesten Rollen zu verwechseln, überrascht Hagmans Privatleben einigermaßen: Der heute 79-Jährige ist Mitglied einer links-alternativen Partei, Umweltaktivist und seit 1957 mit seiner Frau Maj verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Nach überstandener Lebertransplantation (Hagman war lange alkoholabhängig) veröffentlichte er 2001 seine Biografie. Deutscher Titel. "Bezaubernder Bösewicht". Das passt...

Patrick Duffy als Bobby Ewing
Als J.R.s "guter" Bruder liebten ihn Millionen und litten, als er auf eigenen Wunsch am 29. April 1986 (im deutschen Fernsehen) den Serientod starb, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Letzteres klappte allerdings nicht so wie gedacht und weil ohne Bobby die Quoten bei "Dallas" ebenfalls nicht mehr so rosig aussahen, kehrte er unter dem Einsatz massiver Drehbuchgewalt in die Serie zurück. Sein Tod und alles was danach passierte, wurde zu einem "bösen Traum" seiner Serienfrau Pam erklärt. Nach 1991 ging es gut weiter mit Duffys Karriere: Er spielte den Papa einer Patchwork-Familie in der US-Sitcom "Eine starke Familie" (1991-1998). Auch später blieb er dem Serienfach treu, wirkte von 2006 bis 2009 in der erfolgreichsten Daily-Soap der Welt mit: "Reich und Schön". Seit 1974 ist der heute 61-Jährige Duffy mit Carlyn Rosser verheiratete und hat mit ihr zwei Söhne.

Linda Gray als Sue Ellen Ewing
Die arme Sue Ellen - die tat uns schon leid mit ihrem ständigen Kampf gegen den Alkohol und den untreuen und gewissenlosen Ehemann J.R. Vor Dallas machte Gray schon als Model mit ihren Traumbeinen auf sich aufmerksam: Die waren nämlich auf dem Originalplakat des Kultklassikers "Die Reifeprüfung" (1967) mit Dustin Hoffmann zu sehen (auch wenn darin nicht sie, sondern Kollegin Anne Bancroft die Rolle der verführerischen, reifen Mrs. Robinson spielte). "Dallas" machte sie berühmt, sogar eine Emmy-Nominierung gab es für ihre Performance. Danach standen Gastauftritte in Serien wie "Melrose Place" (1994 als Mutter von Heather Locklear) und zuletzt auch in "90210" auf dem Programm. Witzig: 2001 übernahm sie die Rolle der Mrs. Robinson in einer Theaterproduktion im Londoner Westend. Die heute 70-Jährige war ein Mal verheiratet, hat zwei Kinder und engagiert sich ehrenamtlich als Goodwill-Botschafterin für die Vereinten Nationen. Ach ja: Und sie ist bestens befreundet mit ihrem Serien-Ex Larry Hagman. Mit dem drehte sie sogar wieder in diesem Jahr - das Drama "Flight of the Swan".

Victoria Principal als Pamela Ewing
In "Dallas" gab sie die Frau an Bobbys Seite. Wie Linda Gray begann sie ihre Karriere als Model, 1970 posierte sie für den Playboy. Schon ihre erste Filmrolle war ein Treffer: In John Hustons Drama "Das war Roy Bean" spielte sie an der Seite von Paul Newman und wurde auf Anhieb für den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin nominiert. Ganz so anspruchsvoll ging es allerdings nicht weiter. Richtig bekannt machte sie der Katastrophen-Film "Erdbeben" 1974 neben Charlton Heston und Ava Gardner, Ende der Siebziger bis 1987 wurde sie dann zur Serien-Pamela. Darauf folgten diverse TV-Movies und eine Stippvisite bei "Hör mal wer da hämmert". Zuletzt spielte sie in 14 Episoden der US-Dramaserie "Titans - Dynastie der Lügen". Daneben veröffentlichte sie einige Bücher zum Thema Schönheit, vermarktete eine Pflegeserie und betätigte sich als Produzentin. 1978 heiratete sie zum ersten Mal - die Ehe wurde zwei Jahre später wieder geschieden. In den Achtzigern war Principal mit Bee-Gee-Sänger Andy Gibb liiert, 1985 heiratete sie erneut. 2006 wurde die Ehe geschieden. Die heute 60-Jährige engagiert sich für die Umwelt, war zuletzt im US-Fernsehen beim TV-Spendenmarathon für die Opfer der Ölkatastrophe an der Golfküste zu sehen.

Ken Kercheval als Cliff Barnes
Er und sein Serien-Widersacher Larry Hagman sind die einzigen, die über die gesamte "Dallas"-Laufzeit mit von der Partie waren. Danach widmete sich Kercheval sowohl dem Theater, als auch weiterhin der Arbeit vor der Kamera - bis heute. Im US-TV sah man ihn beispielsweise im "Emergency Room" und aktueller in "Crossing Jordan". Kercheval war dreimal verheiratet, hat fünf Kinder, lebt heute in einem Vorort von L.A. Im Interview mit dem "Stern" wurde er 2008 gefragt, ob es ihn nicht genervt habe, dass sein Seriencharakter ständig gegen J.R. verlor. Seine Antwort: "Nein. Egal wie oft Cliff auf die Schnauze fiel, er stand immer wieder auf." Gilt auch für den heute 75-jährigen Kercheval, der mehrere hässliche Scheidungen und eine Krebserkrankung überstand...

Steve Kanaly als Ray Krebbs
Erst Vorarbeiter auf der Southfork Ranch, dann anerkannter Sohn von Jock Ewing - und Regisseur von immerhin drei Folgen "Dallas". Nach Serienende fehlte allerdings der große Wurf. Wie einige Serienkollegen trat er u.a. mal in "Walker, Texas Ranger" auf. Skurriles Highlight: Kanaly spielte auch in der Hollywood-Gurke "Trabbi Goes to Hollywood" mit Thomas Gottschalk in der Hauptrolle mit. Seit 1975 ist der heute 64-Jährige verheiratet, hat zwei Kinder.

Priscilla Presley als Jenna Wade
Bobbys Jugendliebe wurde vorher schon von den Kolleginnen Morgan Fairchild und Francine Tacker verkörpert, dann übernahm von 1983 bis 1988 Priscilla Presley, Witwe von Legende Elvis Presley. Die bekennende Scientologin spielte nach „Dallas" noch einmal eine große Rolle: Als Geliebte des Cop-Trottels Leslie Nielsen in den "Nackte Kanone"-Filmen. Ihre Tochter Lisa Marie war mit Michael Jackson und Nicolas Cage verheiratet. Aus ihrer Beziehung zu Schauspieler Marco Garibaldi hat Priscilla auch einen Sohn. Seit 2000 stand die heute 65-Jährige nicht mehr vor der Kamera.

George Kennedy als Carter McKay
Lange vor seiner Zeit bei "Dallas" hat Kennedy seine größten Schauspiel-Lorbeeren eingeheimst: Für seine Nebenrolle im Paul-Newman-Drama "Der Unbeugsame" (1967) wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet. Auch bei der beliebten Agatha-Christie-Verfilmung "Tod auf dem Nil" spielte er mit. Nach "Dallas" machte Kennedy ebenfalls bei der Blödel-Trilogie "Die nackte Kanone" (Bild links aus "Die nackte Kanone 33 1/3" von 1994) mit. Kennedy ist mit seinen 85 Jahren heute noch aktiv, dreht gerade mit Demi Moore und Kate Bosworth eine Komödie namens "The Reasonable Bunch", die vermutlich 2011 ins Kino kommen wird.

Und nicht zu vergessen....
Eine der beliebtesten Serienfiguren, die sympathische Miss Ellie, wurde die meiste Zeit von Schauspielerin Bel Geddes verkörpert, die am 8. August 2005 starb. Geddes zog sich nach "Dallas" aus dem Showbusiness zurück, schrieb zwei Kinderbücher und entwarf populäre Grußkarten. Ihren Serien-Ehemann Jock spielte Darsteller Jim Davis - von 1978 bis zu seinem Tod 1981.

In "Dallas" spielten aber auch Schauspieler eine Rolle, die später erst richtig durchstarteten. Darunter Kate Mulgrew, die später als Captain Janeway in "Star Trek: Voyager" Serienruhm erlangte. UND: Brad Pitt hatte als Freund eines Dallas-Protagonisten (Charlie Wade) einige Kurzauftritte - nach einigen Statistenparts seine erste echte Rolle!

Was wurde aus Teenie-Ballerina "Anna"? Silvia Seidel und ihre Serienkollegen heute.

Bilder: ddp images (Originalbilder aus der Serie), Getty Images

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