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Mark Ronson: „London ist die Stadt, um Menschen aus der ganzen Welt zu empfangen”

Produzent und DJ Mark Ronson war schon mit fast jedem britischen Musik-Act im Studio: Von Amy Winehouse, über Adele bis hin zu den Kaiser Chiefs. Seine neueste Kooperation stellt den Grammy-Gewinner vor eine besondere Herausforderung: Für den Track „Anywhere in the World" holte er sich den Beat von den Trainingsplätzen dieser Welt. Fünf Athleten* lieferten den Sound für den Coca-Cola-Song zu den Olympischen Spielen 2012. Wir haben Mark Ronson in seiner Geburtsstadt London getroffen und mit ihm über den Song, die Stadt und die Spiele gesprochen.

Mark Ronson (vorne) und die Athleten Darius Knight, Kseniya Vdovina, David Oliver und Dayyan Jaffar (Foto: PR)Mark Ronson (vorne) und die Athleten Darius Knight, Kseniya Vdovina, David Oliver und Dayyan Jaffar (Foto: PR)

In deinem neuen Song sampelst du Geräusche verschiedener Sportarten, zum Beispiel vom Bogenschießen, Hürdenlauf und Taekwondo. Wie bist du auf die Idee gekommen, Sport und Musik auf diese Weise zu kombinieren?

Wenn ich ehrlich bin, kam die Idee von Coca-Cola. Sie kamen mit dem Konzept auf mich zu, die Geräusche der Athleten im Song zu verwenden. Es war für mich als Produzent eine interessante und vor allem neue Herausforderung. Ich war sofort Feuer und Flamme und sagte ohne groß nachzudenken zu.

Welcher Sport war am schwersten in den Song zu integrieren?

Definitiv der Hürdenlauf. Idealerweise ist beim Aufsetzen der Füße kaum ein Geräusch zu hören. Es war eine große Herausforderung den Hürdenlauf von David Oliver in den Song zu integrieren. Ich meine, der Typ ist ein Star, er ist einer der fünf besten Hürdenläufer der Welt, da kannst du am Ende nicht sagen: „Hey, David, hör mal in Sekunde 43 genau hin, das bist du!" Er hat einfach eine große Rolle in dem Track verdient.

Du hast jeden der fünf Athleten persönlich in seinem Heimatland getroffen und zwei Tage lang kennengelernt. Welcher der Sportler hat dich am meisten beeindruckt?

Jeder von ihnen hat diesen unglaublichen Ehrgeiz, jeder verfolgt sein Ziel mit solch einer Ernsthaftigkeit und Motivation. Viele der Athleten steckten bei meinem Besuch mitten in den Vorbereitungen für internationale Wettkämpfe, nicht nur für Olympia. Trotzdem haben sie mir erlaubt, drei Stunden ihres wertvollen Trainingstages zu stehlen und sie mit Kabeln zu umwickeln und Mikrofone an sie zu kleben. Ich hatte eine großartige Zeit mit Kseniya Vdovina in Moskau. Wir haben so viele tolle Geräusche aufgenommen, Sounds, die wir so nicht erwartet hätten. Zum Beispiel das Geräusch ihres Atems oder ihren Herzschlag, das waren sehr persönliche Aufnahmen. Aber alle Athleten sind fantastisch und ich werde mir jeden von ihnen in jeder Disziplin ansehen, für die er sich qualifizieren.

Welche Wettkämpfe wirst du dir außerdem ansehen?

Ich werde mir einige Leichtathletik Wettkämpfe ansehen und Basketball.

Ronson ist der Dirigenten, aber die Athleten geben den Takt an (Foto: PR)Ronson ist der Dirigenten, aber die Athleten geben den Takt an (Foto: PR)

Bist du ein großer Sport-Fan?

Ich bin in New York groß geworden, natürlich bin ich Basketball-Fan! Ich bin ein riesiger Knicks-Fan!

Machst du selbst viel Sport?

Klar, ich gehe ins Gym um mich fit zu halten. Zwei Mal pro Woche boxe ich — ich versuche es zumindest. Vor allem in letzter Zeit, denn man wird alt und sieht seinen Köper langsam verfallen. (lacht)

Was glaubst du, wird die Olympischen Spiele in London zu etwas besonderem machen? Worin werden sich das Land, die Stadt und die Leute widerspiegeln?

Das ist schwer zu sagen. Bei den Olympischen Spielen geht es primär um die Spiele selbst: Athleten aus aller Welt kommen in einer Stadt zusammen, um ihre Wettkämpfe zu gewinnen. Dabei ist es ihnen wahrscheinlich egal, ob sie hier in London, in Peking oder sonst wo sind. Trotzdem denke ich, dass London einfach die Stadt dafür ist, um Menschen aus der ganzen Welt zu empfangen. London ist interessante und kulturell so vielfältig! Für mich persönlich ist die musikalische Bedeutung der Stadt ein wichtiges Element, schließlich bin ich Musiker und habe für das Ereignis hier einen Song produziert. London ist weltweit einfach eine DER Städte.

* Hürdenläufer David Oliver (USA), Sprinterin Kseniya Vdovina (Russland), Tischtennisspieler Darius Knight (GB), Bogenschütze Dayyan Jaffar (Singapur) und Taekwondo-Athletin Maria Espinoza (Mexiko)

Genau hinhören! Welche der Sounds der Athleten im Song auftauchen, verrät der „Beat 2012 Documentary Trailer":